EXTREME
Shownotes
🤝 Unterstützt unsere Arbeit in Nahost hier: https://www.drk.de/spenden/privatperson-spenden/jetzt-spenden/
⛑ Mehr über Haitams Einsatz in Gaza: https://www.drk.de/newsroom/blog/beitraege/einsatz-im-gazastreifen-dinge-an-die-man-sich-nie-gewoehnen-sollte/
🧩 Der Surge-Pool im Überblick: https://www.drk.de/mitwirken/stellenboerse/grcready-humanitaerer-personalpool-fuer-kurzzeiteinsaetze-in-krisen-und-katastrophen/
🎨 Artwork: Carolin Fritzsche
🎼 Musik: Marius Gutowski
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00:00:00: Ich denke, Ernst hat seinen Platz in dieser Arbeit und die rettet wahrscheinlich das Leben auch unzähliger Kollegen.
00:00:06: Weil sie manchmal ein guter Ratgeber ist.
00:00:16: Konflikte, Krisen, Katastrophen Egal wohin man schaut wir leben einer Zeit der Extreme.
00:00:23: Wie gehen wir damit um?
00:00:24: Und wie arbeiten Menschen in diesen extremen Situationen?
00:00:28: Darüber wollen wir heute in einem neuen Folge Cut-Modus dem Katastrophe Podcast vom Deutschen Roten Kreuz sprechen.
00:00:34: Mein Name ist Marius und ich begrüße hier regelmäßig Menschen, die eine starke Geschichte und einen starken Bezug zu humanitären Hilfe haben.
00:00:43: Diesmal mit einem Gast den ich schon einladen wollte, dass ich das erste Mal von seinem Einsatz in Gaza gehört habe.
00:00:49: Ich war damals noch relativ neu im DRK und fand die Schilderung, die ich gelesen habe, zu seiner Zeit im Feldkrankenhaus in Raffach extrem bewegend.
00:00:58: Die Rede ist von Heidham Daniel Al-Hassan.
00:01:01: Er ist leidender OP-Pfleger eines globalen Teams in Krisengebieten und aktuell Hatners beim norwegischen Roten Kreuz.
00:01:09: Heitarm war an einer Vielzahl von internationalen Konflikten im Einsatz, zum Beispiel wie gerade gesagt in Gaza, Ukraine oder Südsudan.
00:01:17: Verkürztem erhielte als erst zweiter Deutscher jemals die Florence Nightingale Medaille – das es die höchste Auszeichnung der in ausgebildete Pflegekräfte vom IKRK vergeben wird.
00:01:27: Soviel erstmal zur Vorrede Heitarm, schön dass du da bist.
00:01:32: Hallo Marius!
00:01:33: Vielen Dank für die Einladung.
00:01:35: Ich hab jetzt ja gerade schon so ein bisschen was zu deinem Werdegang versucht zusammenzufassen Wie würdest Du Dein Job einem sechsjährigen Kind erklären?
00:01:45: Da fängst Du mit der schwierigen Frage an Du fragst es jetzt im Konjunktiv, du fragst wie würdest du das machen?
00:01:53: Ich habe zwei Kinder selber.
00:01:55: Einer ist sechs und eines neun Jahre alt.
00:01:57: Die sind natürlich auch in dem Alter.
00:01:58: wo die dann mich fragen sag mal wo gehst du eigentlich hin was machst du hier?
00:02:03: Was ich jetzt meinem kleinen Kind so sage is' ich gehe in andere Länder um da Leuten zu helfen wieder gesund zu werden wenn's gerade besonders schwierig ist.
00:02:12: Das ist glaube ich so vielleicht eine ganz gute einfache Erklärung um dass irgendwie fünf, sechs Serien zu erklären.
00:02:20: Wenn mein neunjähriger fragt, der fragt natürlich schon mehr Fragen und er fragt dann auch, sag mal wieso gehst du da hin?
00:02:25: Was passiert da?
00:02:27: Teilweise auch wie?
00:02:28: so musst du gehen.
00:02:30: Diese diese Frage kommt natürlich auch.
00:02:32: Und da muss ich dann schon ein bisschen mehr erklären.
00:02:33: Da muss ich auch sagen zwei Gruppen die streiten gerade Die verstehen sich nicht und tun sich Leute teilweise auch weh.
00:02:41: Und dann kam natürlich die Frage, warum machen wir das?
00:02:44: Da muss ich auch so ein bisschen tiefer gehen und sagen es gibt einen Streit zwischen den zwei Gruppen.
00:02:49: Vielleicht ist es nicht ganz einfach für uns das zu verstehen wieso.
00:02:52: aber diese Gruppen haben da einen bestimmten Grund um den es geht.
00:02:56: Den können wir vielleicht nicht sogar nachvollziehen.
00:02:58: Mit meinem neunjährigen Kind bin ich jetzt inzwischen schon so ein bisschen bei der Definition von Menschenrechten angespannt.
00:03:04: Also, der weiß leider vielleicht ein bisschen viel zu früh schon dass zum Beispiel Krankenhäuser und medizinisches Personal nicht angegriffen werden sollten im Konflikten das es so bestimmte Regeln gibt im Krieg
00:03:15: etc.,
00:03:16: weil das sind eigentlich Sachen die ich als mein Kind ich erzählen will in dem Alter.
00:03:21: aber die Fragen kommen natürlich und deshalb ist es Schwierig so im komplexen Kontext in einfache Worte zu fassen.
00:03:30: Und wie kommt es dann dazu, dass du in bestimmte Konfliktgebiete Krisengebiete gehst?
00:03:36: Wie kann man sich diesen Prozess vorstellen?
00:03:38: Meinst
00:03:38: Du jetzt ganz ganz praktisch, wie würbst
00:03:42: du dich da rauf?
00:03:43: bist du Teil von einem größeren Pool?
00:03:47: oder wie kann man das vorstellen?
00:03:49: also Es gibt so zwei modalitäten würde ich sagen Marius.
00:03:53: die eine Modellität ist dass du sagen wir mal, du bist in Deutschland im Krankenhaus tätig.
00:03:58: Du bist irgendwie Arzt oder einen Krankenpflegerin, keinen Schwester, keinen Pfleger und in deinen Auszeiten meldest du dich sozusagen freiwillig?
00:04:08: Du wirst natürlich bezahlt dafür aber du meldest dich freiwilliger für solche Einsätze.
00:04:11: Dann könntest du zum Beispiel über das DRK gehen, über diesen Eropool also die Response Unit und dich dann freimelden.
00:04:23: Bedarf ist in Kongo, in Haiti.
00:04:25: Da bist du da versendet.
00:04:26: Also ich mach das in der Tat hauptberuflich.
00:04:30: Ich bin sozusagen im Team von zehn Leuten die also das ganze Jahr über in diese Einsätze geschickt werden.
00:04:37: Wir warten sozusagen auf die Alarmglocke bei uns im Team und dann werden wir innerhalb von wenigen Tagen sind wir dann darüber hin sollen dass es dir der hauptsberufliche Modus ist das so zu sagen.
00:04:51: aber natürlich Der Großteil meiner Kollegen, mit denen ich im Einsatz bin, die haben ein Job zu Hause.
00:04:57: Die haben irgendwie ja ein normales Leben in Anführungsstrichen.
00:05:01: Ja?
00:05:01: Die sind dann vielleicht einmal alle zwei Jahre oder vielleicht einmal aller drei Jahre am Einsatz.
00:05:07: Also das sind so die zwei Modi, in denen man in die Einsätze gehen kann.
00:05:12: Wenn ich mir das jetzt so vorstelle was du gerade beschrieben hast also Du hast quasi kein festen Alltag weiß nicht wie es mit dem Wohnsitz aussieht.
00:05:20: Ich weiß, dass du gerade in GEMF bist also gerade aus GEMFT zugeschaltet bist aber wie ich das richtig verstehe wechselt das ja auch hin und wieder.
00:05:29: Das klingt alles ohneheimlich intensiv.
00:05:32: Und tatsächlich Ja wir reden gleich noch über die Gebiete wo du dann entsendet wirst Auch gefährlich was deine körperliche Unversehrtheit angeht.
00:05:41: Mich würde interessieren Wie kommt man zu so einem?
00:05:44: Beruf, also was ist so die Genese?
00:05:47: Also während andere Kinder oder Jugendliche vielleicht davon träumen weiß ich nicht Feuerwehrfrau zu werden.
00:05:52: Oder Fußballspielerin oder Influencer?
00:05:54: wie wird man so Krisenaffin?
00:05:57: Ja, Krisen-Affin ist schön.
00:06:00: Das ist eine Frage, die habe ich mir auch öfters schon selber gestellt und jetzt nicht aus der Position das gesagt habe, oh Mann!
00:06:08: Wie bin ich hier reingeraten, sondern mehr um nachzuvollziehen.
00:06:12: Ist das jetzt Zufall, dass ich hier bin?
00:06:15: Sollte das so sein?
00:06:17: Ja, diese etwas tieferen Fragen an deinem Selbst.
00:06:22: Ich muss vielleicht zurück in meine Geschichte, damit ich das ein bisschen erklären kann.
00:06:26: Sehr gerne!
00:06:28: Ich komme aus einer Familie mit einer sehr medizinischen Prägung.
00:06:30: Das heißt, mein Vater war Anästhesist und Notfallarzt.
00:06:34: Meine Mutter ist Altenpflegerin.
00:06:36: Und meine Familie mütterlicherseits ist durchgehend medizinischem Bereich tätig.
00:06:41: Also das ist eine sehr starke... Soll man es Vorbelastungen nennen die ich da habe in der Beziehung?
00:06:48: Ich hatte ehrlich gesagt nie Ambitionen in den medizinische Bereich zu gehen.
00:06:51: Ich wollte immer Musiker werden oder Schreiner oder sowas.
00:06:54: Ja, das war irgendwie so meiner Zukunftsvision von mir selber.
00:06:58: Und nach dem Abitur bin ich, habe ich Ziviliens gemacht und dann bin ich erst mal vier Jahre durch die Weltgeschichte getingelt.
00:07:06: kann man so sagen ja.
00:07:07: Ich war dann vier Jahre in Europa unterwegs.
00:07:10: als Erntehelfer hat mich da durch Europa gearbeitet.
00:07:15: das war eine Art Selbstfindungstreppen weil ich hatte absolut keine Ahnung was mit mir anstellen soll.
00:07:20: ich wusste nicht wohin es geht mit mir.
00:07:22: Und dann bin ich zurückgekommen nach vier Jahren nach Deutschland und war immer noch komplett ahnungslos.
00:07:27: Ich wusste einfach nicht wohin der Weg führt für mich, und dann bin so aus einem Kurzschluss, wie soll man das entscheiden?
00:07:34: Ja vielleicht bin ich in die Pflege gegangen, hab da eine Ausbildung in Berlin gemacht... ...und habe dann zwei drei Jahre im Berliner Krankenhäusern-Kliniken gearbeitet.
00:07:43: Hab mich auch durch die Krankenhäuser gearbeitet kann man sagen.
00:07:48: Irgendwann habe ich aber gemerkt, da hatte ich wieder diese vielleicht innere Unruhe, dass ich gesagt habe eigentlich interessiere mich doch für Sprachen und eigentlich interessieren mich auch internationale Zusammenhänge andere Kulturen.
00:08:00: Und das konnte sich natürlich im Krankenhaus nicht irgendwie befriedigen.
00:08:05: Wenn ich nach Leipzig habe, dann habe ich ein Studium gemacht zum Übersetzer Dolmetscher.
00:08:10: Das war damals noch ein Diplom aber im Master also fünf Jahre und schweift jetzt ein bisschen außer.
00:08:16: Aber ich komme gleich zum, wie soll man sagen zu meiner Genese im humanitären Bereich und habe dann da meine Masterarbeit geschrieben.
00:08:24: nach fünf Jahren und da kam so ein Sprecher vom IKRK, also ICRC und hat dann so ein bisschen erzählt über die Arbeit, ja?
00:08:30: Und hat auch über den Fängnissen erzählt und was sie mit Flüchtlingen machen und Projekte mit Wasser Und das haben mich damals ein bisschen fasziniert.
00:08:43: Also ich dachte jetzt nicht, da will ich jetzt hin oder so aber das fand ich sehr fasziniert.
00:08:47: und dann habe ich während meiner Masterarbeit in der Bibliothek im Leipzig habe ich so sehr halbherzig eine Bewerbung abgeschickt an das ICS-Hier und hab gesagt, ey!
00:08:57: Ich habe hier gerade meinen Arabisch Studium abgeschlossen um zum Dolmenstrand zu übersetzen und genau nach einer Woche hatte ich einen Einladung nach GENF.
00:09:07: Dann bin ich nach GEMF gefahren und habe mein Eigenungs-Test gemacht Und die haben mich sofort genommen und meinten, da habe ich wirklich wie in einem Film einen Umschlag in die Hand bekommen.
00:09:19: Hab den aufgemacht der Stand Irak dann ja also das war das Einsatzangebot für den Irak.
00:09:23: Ja
00:09:24: und dann bin ich da... Wann
00:09:25: war das?
00:09:26: Welches?
00:09:26: Das war
00:09:26: Zwei-Tonzehn.
00:09:30: Genau!
00:09:30: Ich bin jetzt seit sechszehn Jahren in der Rotkreuz-Bewegung schon lange lange.
00:09:34: Da bin ich zu den Vorgesetzenden an Genf gelaufen und habe gesagt, ich hab meine Masterarbeit noch nicht fertig.
00:09:39: Das dauert noch neun Monate bis die abgeschlossen ist.
00:09:41: Und dann wurden mir so ein bisschen die Entscheidung gegeben jetzt oder nie.
00:09:45: Dann habe ich gesagt okay und habe dann meine Master-Arbeit in Irak abgeschlossen.
00:09:51: Und da war ich vier Jahre als Dolmetscher im Nahen Osten unterwegs.
00:09:56: In Irak war ich in den palästinienischen Gebieten.
00:09:59: das war so... ... meine Einstieg in die humanitäre Welt, also kann man sagen.
00:10:03: Und dann habe ich nach vier Jahren festgestellt... Also ich war viel den Gefängnissen unterwegs und hab im Gefängnis gearbeitet.
00:10:09: Also Menschenrechtsbereich, kann man auch sagen.
00:10:11: Ich hatte dann noch zufällig nach vier jahren.
00:10:14: Da es war wieder in Irak, habe ich dann so ein kriegschyroisches Team getroffen.
00:10:17: Das war mehr so zufältig!
00:10:19: über die bin ich gestolpert und da hab' ich mir so überlegt, ey das ist doch was, was ich auch mal gemacht habe.
00:10:25: Ja also meine Skills waren ja schon sehr eingerostet.
00:10:29: Meine medizinischen Skills aber das fand ich sehr beeindruckend!
00:10:32: Und dann habe ich mich intern beworben in diesem Bereich zu gehen.
00:10:35: Das war aus dem Jahr den Zweiten und vierzehnten und dann wurde ich sofort in den Südschulagen geschickt für meinen ersten kriegschirurgischen Einsatz.
00:10:41: Ja und seitdem bin ich eigentlich in diesem Team.
00:10:44: Das war jetzt eine lange Rede und kurzer Sinn, aber ich glaube es ist wichtig zu sehen wie so nicht sehr geradlinig in den humanitären Bereich gekommen bin.
00:10:53: Also das war keine bewusste Entscheidung behauptlich heute, aber doch irgendwie da wo ich jetzt sein soll.
00:10:59: Er war dann auch so organisch gewachsen oder?
00:11:02: Ja!
00:11:03: Definitiv.
00:11:04: Was ja aber auch voll normal ist für einen jungen Menschen, jetzt nicht mit achtzehn oder neunzehnt zu wissen das mache ich den Rest meines Lebens.
00:11:12: Ich würde trotzdem ganz genau mal ein Schritt zurück machen vielleicht für die eine oder andere Person, die zuhört und es nicht kennt kannst du einmal kurz sagen was das IKRK ist?
00:11:20: Dann haben wir das einmal abgefrühstückt und wie sich das zusammensetzt und wann das zum Einsatz kommt.
00:11:25: Ja also das ICRC ist das internationale Komitee des Roten Kreuzes.
00:11:33: Die Rotkreuz Bewegung setzt sich so aus drei großen Bausteinen zusammen.
00:11:38: Ich will jetzt vielleicht nicht zu sehr ins Detail gehen, aber vielleicht um das mal kurz abzureißen.
00:11:44: Also zum einen gibt es das IKRK die das Mandat haben mit den Konflikten zu arbeiten.
00:11:50: Das heißt überall wo es bewaffnete Konflikte gibt zwischen zwei oder mehr Parteien da ist das IkRK hat das mandat da zu arbeiten und Leuten zu helfen.
00:12:02: Dann gibt es IFRC, also die Föderation des Roten Kreuzes.
00:12:06: Und diese sind die mehr für Naturkatastrophen und Epidemien zuständig.
00:12:12: Wenn wir jetzt über Ebola sprechen in Zentralafrika gerade oder wenn wir über Erdbeben sprechen das ist die Föderation, die wieder zum Einsatz kommt ja.
00:12:22: Also die Leistungen hier vor Ort und die haben spezialisierte Teams, auskennen oder die spezielle technische Teams, die auf Erdbeben helfen nach Erdbäben oder Schwemmungen spezialisiert sind.
00:12:36: Das ist die Federation und dann gibt es die nationalen Gesellschaften und dazu gehört natürlich auch das Deutsche Rote Kreuz.
00:12:41: also jedes jedes Land sozusagen stellt eine nationale Gesellschaft mit ganz wenigen Ausnahmen weltweit.
00:12:48: Das deutsche rote Kreuze hat natürlich nationale Aufgaben aber da geht's weiß ich nicht, auch im medizinischen Bereich, in sozialen Bereichen viele Aufgaben.
00:13:00: Aber die Nationalgesellschaften arbeiten natürlich ganz eng mit dem IKRK und der Föderation zusammen.
00:13:06: Das heißt wenn es große Events gibt, sag' ich jetzt mal Erreignisse, also es mögen jetzt Konflikte sein oder Epidemien oder Naturkatastrophen dann kommt das IKRC oder die Federation manchmal auf Nationale Gesellschaften zu und sagt, wir brauchen die Leute.
00:13:25: Könnt ihr uns Experten schicken?
00:13:27: Ja, dass jetzt Ingenieure sind, ob das Ernährungs-Experten in so Hungersnöten sind oder medizinisches Personal.
00:13:36: Das
00:13:37: wird halt ab und zu auch durch die Nationalgesellschaften gestellt.
00:13:41: Und das ist ein bisschen die Symbiose zwischen diesen drei Elementen kann man sagen, die die Rotkreuzbewegung bilden.
00:13:51: um nochmal zurückzukommen auf dich, du hast ja schon so ein bisschen gesagt auch bevor wir jetzt gleich ein bisschen konkreter aussprechen in welchem Umfeld du aufgewachsen bist würdest du sagen dass dieses Wertesystem anderen Menschen zu helfen das das irgendwie auch dir stark damit gegeben wurde durch deine familiäre Prägung?
00:14:11: Ja und irgendwie auch nein.
00:14:14: Also ich habe natürlich durch meine Eltern vorgelegt bekommen, dass es wichtig ist andere Menschen zu helfen.
00:14:21: Ja also ich habe auch gesehen das mein... zum Beispiel meine Mutter hat lange Schichten gearbeitet.
00:14:28: Mein Vater war ein regionaler Notarzt der sehr viel mit dem Rettungsschrauber geflogen und dann abends irgendwie spät nach Hause und auch sehr müde und teilweise auch psychisch ein bisschen angeknackst von seinen Einsätzen.
00:14:41: da hab' ich natürlich schon gesehen, dass so was gibt wie selbstlos anderen zu helfen, das habe ich schon ein bisschen vorgelebt bekommen.
00:14:50: Auf der anderen Seite hatte ich immer das Gefühl als junger Mensch oder vielleicht war es so ein bisschen dieser Instinkt zu sagen Ich möchte was ganz anderes machen als meine Eltern.
00:14:59: also ich möchte genau das nicht machen dass ich immer dachte wie gesagt Musiker Schreiner irgendwie sowas ja irgendwas kreatives irgendwas in der Beziehung.
00:15:10: nochmal zu deiner Frage ich denke schon dass sich da Das sehr vorgelegt bekommen hat von meinen Eltern.
00:15:15: das glaube ich schon.
00:15:17: Du hast gerade das psychische schon angesprochen und wir haben auch im Vorgespräch schon kurz dazu gequatscht.
00:15:22: Ich finde, es ist ein superinteressanter Aspekt grade jetzt auf dich bezogen.
00:15:26: du hast ja schon so ein paar Einsatzgebiete genannt.
00:15:28: ich glaube es kann sich ja jeder der gerade zuhört vorstellen wie unfassbar belastend das ist nicht nur physisch sondern auch psychisch.
00:15:36: Wie nimmst du das wahr?
00:15:37: vielleicht erstmal?
00:15:38: Und wie schaffst du selber gut für dich zu sorgen um nicht den Verstand zu verlieren um es mal ganz polemisch auszudrücken
00:15:46: Das ist jetzt deine Vermutung, dass das noch nicht passiert ist.
00:15:51: Du wirkst bis jetzt noch nicht so, als hättest du den Verstand
00:15:54: verloren sein?
00:15:56: Das nehme ich gerne an.
00:15:57: Ich glaube, dass es in mir so eine Art Mentalitäts-Werkse gegeben hat über die Jahre.
00:16:05: Wie gesagt, ich mache das seit sechzehn Jahren in Konfliktgebieten und Als ich da eingestiegen bin, dabei war ich noch sehr viel jünger und energetischer will ich behaupten als jetzt.
00:16:18: Und da hatte ich glaube ich noch ein sehr viel mehr Illusion wie Resilienz.
00:16:24: Ich bin was so Eindrücke angeht ja und was so Situationen angeht und die Kontexte in denen ich da unterwegs bin oder auch viele viele meine Kollegen sind natürlich nicht normal.
00:16:34: Ja das sind keine normalen Situation.
00:16:36: also wo Wofür unsere Psyche jetzt gebaut ist.
00:16:40: Wir gehen nicht in den Supermarkt, aber wir gehen ja nicht irgendwie im Park, sondern das sind schon außergewöhnliche extreme Situationen und ich habe die ersten Jahre so das Gefühl gehabt dass diese Einsätze so abgeschlossene Ereignisse sind.
00:16:53: Also du gehst ein Jahr hierhin, du gehest sechs Wochen dahin, du geht drei Monate da an in verschiedene Konflikte Du siehst außergewönnliche Sachen, du siehst teilweise viel Leid, schicksale Hast also auch dieses passives Trauma
00:17:07: Nicht
00:17:07: etwas nicht mit dir selber passiert, sondern du beobachtest wie andere Leute irgendwie sehr heftige Schicksalsschläge haben.
00:17:14: und ich habe so das war mal meine Mentalität.
00:17:17: Ich mache den Einsatz hier fertig.
00:17:19: Ich komme nach Hause alles gut kiste zu ich gehe in den nächsten Einsatz.
00:17:23: Das ist über die Jahre bei mir so ein bisschen dir die Erkenntnis gekommen, dass das nicht stimmt.
00:17:28: Also du nimmst diese Eindrücke mit und das stapelt sich so ein bischen wenn es nicht aktiv verarbeitet.
00:17:34: dann nimmste dieser Eindruck in den nächsten Einsatz mit Und das wird mehr und mehr.
00:17:38: Das heißt diese Notwendigkeit dazu zu adressieren oder zu besprechen das ist was was ich erst in den letzten Jahren irgendwie realisiert hat, dass es wirklich absolut essentiell ist.
00:17:48: Ich würde nicht nur sagen für jetzt Leute in Konfliktgebieten arbeiten sondern wahrscheinlich für alle medizinischen Kollegen die auch in Krankenhäusern arbeiten.
00:17:59: Da sieht man Sachen das ist belastend einfach.
00:18:02: und diese mentale Selbstvorsorge, das ist halt leider was weil ich denke muss man in den internen Bereich so ein bisschen stiefmütterlich noch ist.
00:18:08: Also ich denke, dass viel noch irgendwie abgetan wird als Das ist esoterisch, das brauche ich nicht.
00:18:15: Und diesen Superman-Komplex, dass viele meiner Kollegen leider immer noch sagen, ich mache das seit zwanzig Jahren und das kann man nichts anhaben.
00:18:24: Das ist leider immernoch der Fall und das finde ich aber gefährlich weil das für mich... Weil ich das nicht für wahrhalte.
00:18:34: Weil wenn ich genug Kollegen gesehen habe die leider, leider angegangen sind oder das besprochen haben, oder das adressiert haben und die dann einfach nicht mehr weitermachen konnten.
00:18:43: Und das finde ich einfach schade weil es in meiner Sicht sehr vermeidbar ist indem man... Also es gibt ja verschiedene Mechanismen oder Techniken mit denen man sowas verarbeiten kann.
00:18:56: Es gibt die Familie, es gibt gute Freunde und das hilft mir zum Beispiel ganz deutlich dass sich wenn ich aus so belastenden in Anführungsstrichen einsetzen zurückkomme mir selber noch mehr erzähle aber vor jemandem den ich vertraue, das kann meine Familie sein.
00:19:10: Das können gute Freunde sein, die ich zum Glück habe.
00:19:12: also dass darum geht es eigentlich.
00:19:14: Und die
00:19:15: haben dann quasi ein Quote und Quote normales Leben.
00:19:18: und dann merkst du vielleicht selber erst durch die Erzählungen und das verbalisieren so oh mein Gott was ist da eigentlich passiert?
00:19:25: Absolut absolut ja.
00:19:27: und dann geht's in diesen Gesprächen jetzt auch gar nicht darum, dass sich dann meinen Freunden oder meiner Familie erkläre.
00:19:33: So genau war das.
00:19:34: Und irgendwie versetzt nicht mal in diesem Moment, weil manchmal... Also meistens können die Leute gar nicht sich da so reinversetzen und das ist ja auch gar nicht der Sinn sondern es geht einfach darum dass man das nicht so mit sich rumschleppt dieses Gepäck und dass das dann mehr und mehr wird.
00:19:49: und das passiert leider viel zu viel lang und ich habe jetzt für mich selber beschlossen, dass ich das nochmal so professionell besprechen will mit den Therapeuten.
00:19:59: vor längerer Zeit hab ich die Entscheidung getroffen Das für mich, dass es so einen unheimlichen Druck von mir genommen hat.
00:20:06: Weil diese dieser Eindrücke das wird oft abgewiegelt ist aber du du schläfst es mit der Rumut und des Wechs ne?
00:20:14: Und das ist eigentlich das Problem mehr.
00:20:16: Und da glaubst du das wie sowas wie Gesprächstherapie oder so.
00:20:19: nach Betreuung sage ich jetzt mal auch was, auch was Gutes haben kann um das einfach mal los zu werden und auszusprechen.
00:20:26: Und also wie gesagt ich war ja noch nicht dabei, wie du gearbeitet hast habe ich keine mehr vorstellen dass man so krass auf autopilot ist und so krassen so Funktionsmodus ist.
00:20:36: und wenn man dann da rausgeht dann... ...crashed man so richtig irgendwie vielleicht energetil- Also vom Energielevel her aber vielleicht auch mental.
00:20:46: Ich stelle mich mir das falsch vor.
00:20:50: Da, da sich wirklich das, dass ich mich da so ein bisschen ... soll man das irgendwie Routine nennen?
00:20:57: Ich weiß nicht, ob das das richtige Wort ist.
00:20:59: Aber am Anfang habe ich diese Einsätze doch... Ich hatte Schwierigkeiten wieder zurück in die Normalität zu finden weil natürlich stellst du dir in die Normalität auch einen Stück weit infrage.
00:21:08: ja, du kommst in diese sehr intensiven Situationen Du bist an deine Adrenalin auf Maximum für sechs Wochen drei Monate und dann kommst du zurück Und dann bist du erst mal dein Körper macht auch Und du bist dann in dieser Realität, wo es einfach darum geht, dass du deine täglichen Abläufe da absolvierst.
00:21:29: Das hatte ich am Anfang stärker, wo ich so dachte ist das jetzt hier normal oder ist das normal, wo Ich gerade herkomme?
00:21:35: Also weißt Du, wie soll man das nennen, die ein bisschen an der Realität gezweifelt hat?
00:21:43: Das habe ich inzwischen nicht mehr.
00:21:44: Ich glaube, ich kann schon gut trennen zwischen... ...ich bin jetzt gerade hier im Konfliktgebiet und hab' passieren diese Dinge und dann komme ich zurück und da passieren andere Winger.
00:21:52: Und ich versuche das nicht mehr gegeneinander aufzuwerten oder zu sagen, dass hat mehr Relevanz oder das ist nicht relevant.
00:22:00: Weißt du?
00:22:00: Wenn ich zurück nach Hause komme und jemand sagt, oh Mann!
00:22:02: Ich brauche irgendwie neue Schuhe und die alten Zwickungen tue ich das nicht ab als nicht-relevant.
00:22:09: Ja, das ist ein Problem.
00:22:10: Die Schuh erzicken.
00:22:10: Der braucht halt Schuhen.
00:22:12: Weißt du, was ich meine?
00:22:14: Insofern habe in der Beziehung schon einen guten Mechanismus gefunden.
00:22:18: Wie gesagt, mein Hauptpunkt wenn wir jetzt über mentale Fürsorge und Selbstfürsorge sprechen ist eigentlich dass sich das viel stärker gerne sehen würde im humanitären Bereich.
00:22:29: Das müssen wir viel ernst annehmen weil es halt zu viele... Und ich beziehe mich da jetzt konkret auch auf die letzten Jahre wo humanitäre Arbeit gefährlicher wird.
00:22:41: Also der Respekt vor medizinischen Einrichtungen zum Beispiel, wenn ich jetzt über mein konkretes Arbeitsfeld rede und medizinische Einrichtung, medizinisches Personal ist halt unglaublich geschrumpft ja?
00:22:52: Und ich habe viele, viele Kollegen leider verloren, die haben entweder ihre Gesundheit verloren oder ihr Leben verloren.
00:22:57: das ist mental belastet.
00:22:59: also einfach zu wissen du bist da nicht selbst, du bist dann sicher und ich glaube dass mit immer noch so ein bisschen Als Teil des Vertrages gesehen, den du da unterschreibst.
00:23:10: Das ist dein Berufsrisiko und damit musst du klarkommen.
00:23:13: Und das ist was, was ich sehr schade finde um das mal zu formulieren.
00:23:18: Ich denke, dass wir da viel besser werden müssen einfach.
00:23:22: Wie ist es wenn du in dieser extremen Situation bist?
00:23:25: Du weißt, du bist jetzt da sechs Wochen ... Du arbeitest ja nicht vierundzwanzig Stunden am Tag, irgendwann musst du ja mal schlafen oder deine Kollegin nennen ja auch.
00:23:34: wie Kann man sich das davor stellen?
00:23:37: Also, auch kann man da trotzdem abschalten.
00:23:40: Wenn man in so einem Feldkrankenhaus arbeitet, redet man mit Kollegen darüber was man heute erlebt hat.
00:23:44: wie ist das, was die Fürsorge dann Selbstfürsorge angeht.
00:23:49: Gute Frage!
00:23:50: Das ist ein bisschen... Ich würde das vielleicht als Autopilot bezeichnen, den Modus indem er kommt, dass hat etwas sehr pragmatisches und was sehr praktisch ist.
00:24:01: vor allem im medizinischen Bereich ist es, glaube ich relativ easy dann.
00:24:06: Also in diesem Flow zu kommen du hast Verletzte die Bluten Du musst die Blutung stoppen.
00:24:12: Du musst das schaffen, dass sie nicht sterben und dann dass sie wieder laufen das Krankenhaus verlassen.
00:24:17: Das ist einfach eine sehr konkrete... das ist so ein bisschen wie heißt man's auf Deutsch Problem Solving?
00:24:25: Ja ja, Lösungsorientiert.
00:24:29: Also natürlich hast du dann noch die Empathie dabei und, dass du das Mitgefühl auch mit den Leuten hast.
00:24:36: Aber es ist halt etwas sehr Praktisches und was sehr pragmatisch ist.
00:24:39: Und ich glaube, das macht den medizinischen Bereich ein bisschen einfacher als andere Sparten wo Leute wirklich sich dann auch mit sehr abstrakten teilweise Themen auseinandersetzen müssen.
00:24:51: und dann nicht diese, weil sie diese Routine haben tue den jetzt auf ein OP-Tisch, ich operiere ihn und dann... Das macht das Leben in dem Bereich einfach ein bisschen einfacher.
00:25:02: Dann natürlich ist wenn du im Feld bist oder im Einsatz, dann triffst du dich natürlich mit Kollegen.
00:25:09: Du triffest dann schnell Leute ne?
00:25:10: Und bist dann auch befreundet nicht mit Leuten relativ schnell weil du halt im selben
00:25:16: Haus hast.
00:25:16: Das schweißt halt bestimmt total zusammen diese Erlebnisse.
00:25:19: Total
00:25:20: ja!
00:25:22: Du teilst teilweise ein Zimmer mit vier Leuten oder schläfst in irgendwelchen Fluren und das schweißt natürlich super zusammen.
00:25:29: Und dann abends wird darüber gesprochen, wenn du jemanden vertraust kannst du sagen heute war wirklich... Das war zu schwer ja?
00:25:37: Oder wenn so eine erblose Gruppe ist, kocht man da an zusammen.
00:25:42: damit so belangloses Erzieren, dass hilft halt auch.
00:25:44: Also das Gefühl ist einfach, das Wichtige ist glaube ich in dem Moment zu wissen Ey!
00:25:48: Ich bin hier nicht alleine Das passiert nicht nur mit mir alleine, sondern wir sind hier viele Leute und viele Leute erleben dasselbe.
00:25:54: Und ich glaube das ist auch ganz wichtig, ne?
00:25:57: Dass man das so pflegt, dass man nicht sagt, ähm... ...das ist ja alles belastend und schrecklich!
00:26:02: Ich schließe mich jetzt hier ein und gucke irgendwie Netflix.
00:26:06: Das ist glaube ich sehr kontraproduktiv,
00:26:09: ne?!
00:26:10: Genau!
00:26:10: Also es sich
00:26:10: dann selber nicht zu isolieren quasi ist dann wichtig!
00:26:13: Ja genau!
00:26:15: Ja, super interessant.
00:26:17: Du bist aktueller norwegischen Rotenkreuz angestellt und warst vorher beim DRK angestellt?
00:26:22: Bin ich es richtig verstanden habe.
00:26:25: wie ist es zu dem Wechsel gekommen?
00:26:28: Genau also ich hab angefangen bei den IKA-Karne und bin dann vom IKA... Lass mich kurz überlegen... ...zum DRK gewechselt und das hatte Eigentlich einen ganz konkreten Anlass, nämlich dass mein erster Sohn auf die Welt gekommen und ich war dann paar Monate zu Hause und konnte einfach nicht mehr Vollzeit für das IEKHK arbeiten.
00:26:52: Und dann habe ich damals das DRK kontaktiert ob die mich unter Umständen in diesen Pool aufnehmen würden, in diesem Aeropool also Emergency Response Unit.
00:27:05: Das sind wie gesagt Leute die nicht Vollzeit machen sondern die in diesem Pool sind und dann entsandt werden.
00:27:11: Und da war das DRK ganz okay mit, und haben gesagt, kannst du gerne machen?
00:27:16: Dann habe ich, glaube ich vier Jahre, wenn ich mich nicht in dieser Modellität mit dem DRK gearbeitet habe... ...und was auch meiner Lebenssituation damals sehr entsprochen hat, weil ich nämlich genau... ...dann kam mein zweiter Sohn noch zur Welt oder mein zweites Kind.
00:27:32: Das war so eine Zeit wo ich das ein bisschen langsamer angemunden... Wollte, ja.
00:27:37: Und dann habe ich im Jahr zwanzig haben die Norweger für ihre ihre Search-Unit also Search ist sozusagen diesem Einsatz, wie sagen wir das nennen?
00:27:48: Einsatzgruppe von medizinischen Leuten und in technischen Leuten, die haben gesucht nach einem Mobilpfleger mit Erfahrung und nach halt auch einen leitenden Pfleger Hedners.
00:28:01: Da höf ich mich beworben und das ist dann aber wieder Vollzeit gewesen.
00:28:04: Seitdem arbeite ich Vollzeit für die Norweger in diesem Surge-Team und bin ja eigentlich jetzt so sieben bis acht Monate pro Jahr im Einsatz, also auch selten zu Hause.
00:28:17: Ja, das stelle ich mir taff vor!
00:28:19: Wie lange sind diese Einsätze immer?
00:28:21: Gibt es einen klaren Rhythmus oder ist es da mal länger und da mal kürzer?
00:28:27: Das hängt immer ein bisschen davon ab... Von dem von dem Kontext ab Marius.
00:28:32: Also es gibt es gibt so leichtere Einsätze sag ich jetzt mal, wo vielleicht die Lage nicht ganz so kritisch ist und da bist du dann auch mal drei Monate.
00:28:41: oder wenn's jetzt ein bisschen intensiver ist unterdenkt zum Beispiel an Gaza oder Sudan oder ähnliche Konflikte in der Bist du dann sechs Wochen eingesetzt?
00:28:49: Und kriegst eine kurze Pause vor zehn Tagen, dann gehst du sechs Wochen wieder zurück.
00:28:53: also das sind so Rotationen nennt sich das und dann bist Du halt Christ so ne kleine Verschnaufpause und dann gehste zurück.
00:29:00: Und die sechs Wochen einfach nur um das zu verstehen, die sind dann weil das so intensiv ist dass das niemand länger als sechs Wochen aushalten sollte.
00:29:08: Kann man sich das so vorstellen und dann braucht es wirklich dringend eine Pause?
00:29:12: Das ist die Annahme also dass das rote Kreuz unterteilt diese Krisenkonflikt Länder in so drei Schwere gerade, wenn ich das so nennen kann.
00:29:21: Es gibt eins zwei drei und drei ist halt dreis zum Beispiel Gase.
00:29:27: Und dann gibt es diese Regime die darauf angewandt werden.
00:29:29: also wie lange kannst du im Land bleiben oder arbeiten?
00:29:32: Wann musst du raus und wann darfst du wieder rein?
00:29:35: Das ist halt abhängig von dem Kontext, wie schwierig die Lage ist, wie intensiv das ist.
00:29:40: genau.
00:29:40: Du arbeitest auch häufig in sogenannten Feldkrankenhäusern, wenn ich das richtig verstanden habe.
00:29:46: Oder im Gaza warst du auf jeden Fall einem ... Wie kann man sich das vorstellen?
00:29:51: Ich weiß, dass Feldkrankhaus nicht der technische Term ist aber wir nennen das intern so weil es eben kein Krankenhaus ist wie wir das vielleicht hier aus Westeuropa kennen sondern halt ja in einer Notlage zusammengesetzt.
00:30:07: Wie ist die Arbeit da und woraus setzt sich das genau zusammen?
00:30:10: Das ist auch eine gute Frage, das muss ich jetzt mal versuchen wieder einfach runter zu brechen.
00:30:15: Also erstmal arbeiten wir als diese kriegschirurgischen Teams meistens in zwei Settings.
00:30:21: ja also einerseits können wir in verlassenen oder in Krankenhäusern arbeiten die schon da sind und dann teilweise werden wir eingeladen in diese Krankenhäuser wenn die noch operieren oder wenn die Krankenhäuser nicht mehr funktionieren, vielleicht auch beschädigt sind.
00:30:37: Dann gehen wir teilweise auch in diese beschädigten Krankenhäusern und arbeiten da.
00:30:41: Und dann gibt es halt die Pfeilkrankenhäuse.
00:30:42: Das ist was ganz Rotkreuz spezifisches.
00:30:46: Ich glaube Ärzte ohne Grenzen hat auch so ein Modell aber das ist eigentlich ein kleines Krankenhaus, was aus vielen Zelten besteht.
00:30:55: um das einfach zu erklären also eine Miniatur-Krankenhaus, wenn man jetzt an große Krankenhörser denkt.
00:31:02: Natürlich wirst du da nicht alles finden, aber du hast die essenziellen Abteilung.
00:31:07: Alles was du so brauchst um Leute zu stabilisieren, um weiße Blutungen zu stoppen, um einigermaßen komplexe Operationen zu machen das findest du in diesen Feldkrankenhäusern ja?
00:31:19: Du hast einen OP, du hast eine Sterilisation, du hasst ein Labor und du hast ein Rollenkinn.
00:31:23: Du hast natürlich Station oder Zelte wo die Leute dann liegen als Patienten.
00:31:30: So was wie eine Geburtshilfe, du hast ne Apotheken.
00:31:33: Also kurz um das ist eigentlich ein Minikrankenhaus in Zeltform und im Hintergrund laufen dann natürlich noch alles, was man so braucht, um sowas am Leben zu halten also die Logistik, Wasserstruben, Elektrizität.
00:31:47: Elektrizitität ist die schwierigste Wort und Hygiene usw.. Das ist vielleicht so eine kurze Definition von einem Feldkrankenhaus.
00:31:57: Ich
00:31:58: finde dich hast du sehr gut zusammengefasst.
00:32:01: Ich verlinke auf jeden Fall in den Shownotes auch noch mal ein paar Bilder von Feldkrankenhäusern, dass wir unterstützen auch in Gaza wo du ja auch warst.
00:32:09: Vielleicht kannst du nochmal ganz kurz sagen weil du gerade Logistik gesagt hast wie kommt das Feldkrankhaus in dieses Krisengebiet und wie setzt sich das zusammen?
00:32:18: Also arbeiten da verschiedene Rotkreuz-Nationalgesellschaften zusammen und die Briten liefern das Modul und die Norweger liefern Das Modul ist
00:32:28: auch eine interessante Frage, Marius.
00:32:30: Also das ist glaube ich im Fall von Gaza sehr speziell, ne?
00:32:33: Weil viele nationale Rotkreuz-Gesellschaften haben diese Verkranktenhäuser auf Lager.
00:32:41: sagen wir mal ja und dazu gehört doch das deutsche Rotkreutz, das norwegische Rotkreuze, das finnische Rot Kreuz.
00:32:46: also es gibt verschiedene Organisation die komplette Krankenhäuse Auflage haben.
00:32:52: Ich glaub dass DRK hat das komplette Verkranken aus in Berlin genau.
00:32:56: und wenn dann dieser dieser Hilferuf kommt sozusagen aus den Ländern, wir brauchen jetzt einen Feldkrankenhaus.
00:33:02: Dann wird meistens das komplette Set also das komplete Krankenhaus eingeflogen.
00:33:07: ja dann wird nicht unter normalen Umständen sagen da nicht die Norweger äh wir haben hier eine Apotheke und die finden sagen wir schicken euch ein OP sondern meistens ist es eine Gesellschaft die das ganze Krankenhaus dann tersendet.
00:33:19: im Fall von Gaza war das so akut Und es ging alles so schnell dass dieses Krankenhaus so ein bisschen so in Frankestein Baby ist.
00:33:27: ja.
00:33:27: Also du hast die Japaner haben ganz viel geliefert, das japanische Rotenkreuz, ganz viele Equipment.
00:33:35: Die Finn haben paar Module.
00:33:37: also ich sage Modul wenn nicht mal in so einem zum Beispiel ist es ein Modul.
00:33:41: ja dieses Zelt Genau und das wurde so zusammen gewürfelt aus verschiedensten Ländern aus vom kanadischen Roten Kreuz kann noch ganz vielen.
00:33:48: Das ist natürlich super Wenn das so funktioniert und vor allem zu schnell.
00:33:51: nur wir hatten einen Gaser ganz akut das Problem dass wird zb das kanadische rote Kreuz uns OP-Equipment geliefert hat, was auf hundertzehn Volt läuft und wir aber zweihundertzwanzig hatten.
00:34:03: Das sind dann so kleine Details die dir dann auffallen wenn du vor Ort bist um dann irgendwie arbeiten willst.
00:34:09: Und
00:34:09: sie denn auch einen riesigen Unterschied.
00:34:10: also kleine Details in Einführungsstrichen die dann einen riesen Unterschied machen können wenn es dann wirklich hart auf Fahrt kommt
00:34:17: oder Monitor die dann auf einmal auf japanisch mit uns gesprochen haben.
00:34:21: da ist natürlich Genau, so Dinge, die man mitnimmt aus einem Einsatz und dann sagt, das könnten wir vielleicht nächstes Mal irgendwie besser machen.
00:34:30: Oder was das Rote Kreuz so lessons learned nennt?
00:34:34: Und dazu ergänzend möchte ich auch noch sagen also ganz wichtig ist glaube ich wenn wir über Feldkrankenhäuser sprechen dass wir sie gar nicht betreiben können ohne unsere lokalen Kollegen.
00:34:44: ja vor Ort Und das spreche ich jetzt nicht nur von Ärzten und Pflegenden, sondern natürlich auch das ganze Logistik-Team.
00:34:52: Also Leute die da sauber machen, Leute, die irgendwie Essen kochen... Das wäre völlig unmöglich dass wir irgendwo in der Welt so ein Feldkrankenhaus aufbauen oder betreiben ohne dass wir die massive Unterstützung unserer lokalen Kollegen haben.
00:35:06: Ja und das finde ich ganz wichtig, dass wir nicht mit der Einstellung her hingehen.
00:35:10: Wir kommen jetzt aus den verschiedensten Ländern und retten da die Welt, sondern das sind die Leute, die kommen aus diesen Gemeinschaften.
00:35:17: Die haben das größte Interesse daran, ihre eigenen Leuten zu helfen.
00:35:20: Und die haben halt auch das Wissen.
00:35:22: Die wissen wo sie sind, die wissen was die Leute brauchen, die wissen ganz genau in was wie diese Situation erwachsen ist, in der wieder ankommen.
00:35:30: Das ist glaube ich etwas, was wir als westeuropäische eingeflogenes Personal komplett unterschätzen.
00:35:39: Das finde ich ganz wichtig!
00:35:41: Ist gut, dass du das nochmal erwähnst und noch mal sagst.
00:35:44: Und dann die Rolle der lokalen nationalen Hilfsgesellschaft da noch einmal hervorhebst in all den verschiedenen Facetten von allen heftigen Krisensituationen über die wir schon gesprochen haben, in denen du gearbeitet hast?
00:35:56: Das würdest du sagen, welche ist dir besonders in Erinnerung geblieben?
00:36:00: Wie gesagt mache ich das jetzt seit einigen Jahren und es ist manchmal zurückblickend wird das so eine Mischmasche an Erinnerungen aber ich denke Jeder Einsatz, in dem ich war, hatte seinen Erdenungswertenmoment.
00:36:16: Ich kann vielleicht mal so ein bisschen zurückblicken und zum Beispiel sagen ... Das war in Mosul, glaube ich, im Jahr zwei Tausend Sechzehn als der Kampf gegen ISIS war.
00:36:27: Da waren wir in Mosuls eingesetzt und das war natürlich beeindruckend.
00:36:32: Zum ersten Mal in einer Großstadt, also eine Mosul ist ne Millionen Stadt zu sehen wie in einer Stadt dann dieser Konflikt von Stadten geht und was da auch an teilweise sehr experimenteller Konflikführungen davon Stadton ging, das war schon sehr eindrucksvoll.
00:36:47: Das war sicherlich etwas, was ich nicht vergessen werde im Südsudanen.
00:36:54: Das waren die ersten Einsätze mit dem Team, die ich hatte.
00:36:57: Da sind wir teilweise tagelang über den Nil gefahren um irgendwelche entlegenden Dörfer zu kommen sehr, sehr einfachen Krankenhäusern zu arbeiten.
00:37:08: Das war auch sehr beeindruckend.
00:37:10: oder zu Beginn, ich glaube ein Monat nach Ausbruch des Konfliktsfeuerchen in der Ukraine und das war natürlich auch unglaublich erstmal zu verstehen wie groß dieses Land ist mit dem Auto dann noch vier Tage aus dem Westen in den Osten zu fahren.
00:37:29: Ja, sehr beeindruckend natürlich dann auch zu sehen wie massiv die Zerstörung ist.
00:37:34: Je näher wir dann an diese Front gekommen sind das war natürlich auch sehr beeindringend.
00:37:40: und vielleicht würde ich noch hinzufügen Nagorno-Karabakh also in Erzbazar bei Jhant.
00:37:47: Das war auch fast schon ja... Ich will es nicht skurrilen, aber es war schon sehr außergewöhnlich dann zu sehen hunderttausend Einwohner, dann Stibana Kerst verlassen haben.
00:38:00: Was jetzt Han Candy heißt also die Hauptstadt von Nagorno-Karabakh und dann auf einmal in diesen Geisterstätten zu arbeiten mit den Teams das war halt auch sehr eindrucksvoll.
00:38:11: Und natürlich Gaza was du schon erwähnt hast aber ich denke da sprechen wir vielleicht noch ausführlicher drüber.
00:38:17: Ja genau dazu wollte ich dich noch befragen weil ich habe es gerade schon an der Einleitung auch schon gesagt das ist mein erster Berührungspunkt dass du mal einen Vortrag gehalten hast für das ganze Team bei uns und den ganzen Bundesverband im Generalsekretariat mehr oder weniger online, wo du von deinen Eindrücken geschildert hast.
00:38:37: Das wurde dann nochmal unterlegt mit Bildern vom Palästinenszen Roten Halbmond und da weiß ich auch noch, dass mir da echt die Tränen kamen was du berichtet hast.
00:38:46: Die Bilder dazu war schon sehr heftig.
00:38:48: genau deswegen würde ich ganz gerne nochmal so ein bisschen reingehen.
00:38:52: Ja, wie der Einsatz da war und vielleicht erst mal.
00:38:55: Wie lange warst du dort?
00:38:56: Und warst Du davor auch schon Mal in Ingaser?
00:39:01: also ich war in Gaser vor dem Konflikt Zwei-Ton-Zwölf?
00:39:05: Habe ich in diesem Ich nenne das jetzt mal Gefängnistin gearbeitet für das IKRK und war dann wie gesagt in Gaser in den Gefängnis eingesetzt.
00:39:14: Das war Zwei Tons zwölf Also lange vor dem siebten Oktober.
00:39:17: Ich bin dann das erste Mal wieder zurück nach Gaza, wenn man so sagen will, nach dem siebten Oktober.
00:39:22: Also es war relativ früh.
00:39:24: in den Konflikt bin ich dann zurück nach Gaser und das war natürlich für mich persönlich war das schon beeindruckend weil ich Gaser sagen wir jetzt mal intakt kannte.
00:39:35: also ich kannte die Infrastruktur.
00:39:36: Ich wusste wie Gaser statt ausser vorher.
00:39:39: Ich wusste wie Rafa Hauser, ich wusste hier wie Ranyunis ausser.
00:39:43: Insofern hatte ich diesen Vergleich und das war vielleicht für mich auch unter dem Aspekt, weil es vielleicht beeindruckender ist als jetzt vielleicht Kollegen zum ersten Mal nach dem siebten Oktober dahin gekommen sind.
00:39:53: Ich war jetzt insgesamt fünfmal in Gaza und jedes mal für sechs oder sieben Wochen bis auf einmal wo ich glaube ich nur drei Wochen dabei also insgesamt sechs Monate vielleicht in diesem Konflikt herz.
00:40:05: Und in welchen Zeitraum?
00:40:06: Also von zwanzig, dreien, zwanzzig bis... bis heute quasi.
00:40:10: oder wann warst du das letzte Mal da?
00:40:12: Das ist der erste mal, weil ich im Januar bin.
00:40:18: Ich habe diese fünf Einsätze so versetzt über die Jahre gehabt und es war auch ganz interessant zu sehen wie sich dieser Konflikt entwickelt wohin das alles geht teilweise auch zu sehen dass es jetzt nicht unbedingt besser wird.
00:40:34: genau das war zeitlich doch sehr versetzt.
00:40:37: Ich glaube, alle Menschen die zuhören und manchmal Nachrichten verfolgen kennen diese schrecklichen Bilder aus Gaza.
00:40:43: Aus den Medien.
00:40:45: was hast du dort persönlich erlebt?
00:40:47: Das ist eine schwierige Frage Marius weil es eigentlich schwierig ist das zu beschreiben.
00:40:55: Es ist schwierig jetzt in diesem Podcast Format auch weißt vielleicht den Hörerinnen und Hörern einen Eindruck zu geben.
00:41:04: ich will das versuchen.
00:41:05: also Wir haben ja so ein bisschen gesprochen über meine bisherigen Einsätze und du hast, glaube ich auch mal gefragt.
00:41:12: Was ist der Einsatz, der am meisten im Gedächtnis bleibt?
00:41:16: Dass es.
00:41:17: zurückblickend auf die letzten sechzehn Jahre ist das auf jeden Fall Garsanne Und da muss ich jetzt auch nicht groß abwägen.
00:41:24: Das ist so und das ist auch etwas was alle meinen Kollegen mit denen ich da gearbeitet habe.
00:41:29: Also wie sagt man das auf Deutsch?
00:41:33: also eineheitlich sind alle der Meinung dass dass sie sowas noch nie gesehen haben.
00:41:37: Zum einen ist das Ausmaß der Zerstörung unglaublich.
00:41:40: Jedes Mal, wenn wir mit dem Team nach Gaza reinfahren müssen wir halt durch Raniunis uns langsam vorarbeiten Richtung den Feldkrankenhaus und das ist eigentlich eine Autofahrt die vor dem Setten Oktober hätte die fünfzehn Minuten gedauert.
00:41:54: jetzt nach dem Seten Oktober mit der ganzen Situation die da vor Ort vorhanden ist dauert das ungefähr ne Stunde.
00:42:01: Wir fahren dann diese Stunde fahren wir komplette Trümmerwüsten, wo Kilometer weit kein Haus mehr oder kein Stein mehr auf dem anderen steht.
00:42:12: Das ist einfach nur mal um so eine Vorstellung davon zu geben was da wirklich an Zerstörung vorhanden ist.
00:42:17: das natürlich schwierig jetzt zu erklären.
00:42:20: ich glaube es ist etwas was man sehen muss um das zu verstehen ja und dass immer nur als wirklich zu veränderlichen was was da wirklich an Zerstörung passiert ist.
00:42:29: Die Bevölkerung lebt natürlich jetzt zum größten, allergrößten Teil in Zelten.
00:42:33: also die haben ihre Häuser verloren.
00:42:35: Wir mussten mehrmals umziehen im Gasa, ihre Behausungen da verlassen.
00:42:41: Die Zelte sind natürlich nicht mehr im guten Zustand.
00:42:43: sie sind irgendwie auch nach den Jahren bestehen die mehr aus Löchern als aus Zelt.
00:42:49: Das Bildungssystem ist komplett kollabiert Wasserstrom Gesundheitsinfrastruktur ist praktisch nicht mehr vorhanden ist.
00:42:58: in der Dimension habe ich das noch nie gesehen.
00:43:00: Du hast ja gefragt, wie verarbeitet ihr das vor Ort?
00:43:03: Ich spreche natürlich auch mit meinen Kollegen und da gibt es ganz wenige die sagen, dass juckt mich nicht sondern so durch die Bank sind das auch diese Veteranen wenn man das zonellen will jetzt schon diesen Job machen die sagen das ist unglaublich.
00:43:19: Das ist unverstellbar hab ich noch nie.
00:43:22: Das ist so Unisono, das was ich von Kollegen höre.
00:43:25: Und dass es natürlich, das validiert vielleicht auch so meine eigene Eindruck der natürlich auch damit ein bisschen zusammenhängt, dass ich Gase vor dem setten Oktoberkenne habe, aber das validieren das für mich natürlich auch wenn ich das von Kolleginnen höre die schon in unzähligen Ländern Konflikten gearbeitet haben die sagen das ist einfach etwas was wir noch nie gesehen haben.
00:43:43: Ich glaube das was du beschreibst diese Wüsten dieses Schuttwüsten die du beschrieben hast ich glaube die Bilder kennt man ja auch einfach durch quasi Flüge über halt, Gasa drüber mit einer Kamera dann drauf gehalten und auch diese AB-Vergleiche.
00:43:58: Wie war es vorher?
00:43:59: Wie sieht's jetzt aus?
00:43:59: aber vielleicht nochmal ganz anders wenn man da so richtig drin ist.
00:44:04: Kannst du trotz all dem was da passiert ist sagen ob sowas wie einen typischen Arbeitstag, auch wenn das jetzt vielleicht ein bisschen zynisch klingt.
00:44:13: Aber sowas gibt für dich.
00:44:15: also Jetzt vielleicht am Beispiel von Gaza Wann stehst Du auf?
00:44:19: Wie lange arbeitest du?
00:44:21: Was passiert da, also muss jetzt nicht ins Detail gehen.
00:44:24: Aber du hast ja gerade auch schon gesagt so Blutung stoppen Menschenleben retten aber vielleicht erst mal wann geht dein Tag los?
00:44:32: Das kann ich glaube ich gar nicht so einheitlich beantworten.
00:44:35: Du hast es ja schon so bisschen differenziert in deiner Frage.
00:44:37: Es ist natürlich immer ganz ganz ganz doll abhängig vom aktuellen Tagesgeschehen.
00:44:41: Also wenn sage ich jetzt mal ganz platt Wenn viel gekämpft wird stehen wir früher auf um zu arbeiten.
00:44:48: Ich will vielleicht mal so als Beispiel den letzten Mai nehmen, wo ich da in Gaza war.
00:44:53: Da war ich knapp zwei Monate für das Feldkrankenhaus auch im Einsatz als OP-Fleger und das war so die Hochzeit der Auseinandersetzung in Gaza und das Feldkrankenhaus war zu dieser Zeit leider nur wenige hundert Meter entfernt von mir.
00:45:10: aktiven Front, genau daneben.
00:45:13: Und zu der Zeit sind wir aufgestanden um ca.
00:45:16: vier Uhr als die ersten Vier-Morgens, als die Ersten Verwundeten kamen und hatten natürlich auch dann jeden Tag unseren OP-Programm sozusagen, wo unsere Patienten drauf waren die eigentlich jetzt in der Operation brauchten.
00:45:29: Aber dann sind wir auf Führung aufgestanden und dann kamen so zwischen hundertfünfzig Verletzten ins Krankenhaus.
00:45:35: Die mussten dann erst mal triagiert werden.
00:45:37: also triagieren heißt du gibst dir einen Sticker der ist entweder grün gelb rot schwarz ja schwarz da kannst du da nichts mehr machen.
00:45:45: die sind halt die haben verwunderungen die man nicht behandeln kann die sind tot.
00:45:50: grünen kann noch gehen dringend, aber nicht als so dringende und rotes Lebensgefährlichverletzung.
00:45:56: Und dann mussten wir halt unsere Kollegen in der Notaufnahme was auch im Zelt ist reagiert und haben uns diese Leute dann gleich weitergereicht in den OP.
00:46:05: Das war eine Arbeitstage die ging in so vierzehn Stunden.
00:46:09: also wir haben morgens um vier angefangen teilweise auch länger.
00:46:12: dann haben wir bis Mitternacht gearbeitet Mussten wir noch die Instrumente sterilisieren und den OP frisch machen für den nächsten Tag.
00:46:21: Und also extrem wenig schlafen, das ging halt... Dann
00:46:24: geht's am nächsten Morgen wieder um vier Uhr los?
00:46:26: Ja, dann ging es am nächsten morgen wieder irgendwie hier los.
00:46:29: Das machst du wahrscheinlich auch ohne... Also klar was machst du auch ohne Wochenende?
00:46:34: Das geht sieben Tage die Woche.
00:46:35: oder gibt es da auch mal irgendeine Form von Auszeit, die Du hast?
00:46:39: Nee ja, also Wochenende ist da nicht.
00:46:42: Also das ist dann durchgearbeitet.
00:46:45: Und du siehst es natürlich an dir selbst, wie dein Körper so langsam aufgibt.
00:46:50: Will ich das jetzt mal sagen?
00:46:51: Weil du halt auch extrem wenig schliefst und hast keine Zeit wirklich dich wieder herzustellen.
00:46:59: Du siehst das aber auch an deinen Kollegen, die dann so zunehmend blasser werden und auch ungesünder aussehen mit der Zeit.
00:47:06: Das ist ein Arbeitstempo und Rhythmus was du eigentlich nicht Zulage durchziehen.
00:47:13: Und das ist jetzt vielleicht das Extrem Beispiel, was hier gerade geht.
00:47:18: Also diese vierzehn Stunden Arbeitstage mit, weiß ich nicht jeden Tag sechs lebensgefährliche Verletzungen, wo dann auch eine OP mal irgendwie schnell drei Stunden dauert, vier Stunden.
00:47:29: Das unter diesen Bedingungen ja auch.
00:47:33: Das vielleicht auch so ein bisschen die Crooks an der Sache, dass du halt... Du bist müde.
00:47:37: Du bist erschöpft.
00:47:38: Es ist alles irgendwie Chaos und nicht herum.
00:47:40: Und du musst aber trotzdem in dem Moment musst du da sein für den Patienten weil du musst dich konzentrieren.
00:47:44: Du kannst nicht sagen ich brauche jetzt mal irgendwie... Ich gehe mal eine C-Rate rauchen und ich bin hier raus.
00:47:51: Du musst da sein.
00:47:55: In der Zeit fand ich das sehr belasten.
00:47:57: Also körperlich und psychisch, weil natürlich wenn du da müde bist dann ist deine Psyche Nicht mehr ganz stabil, ne?
00:48:04: Und dann geht das alles so ein bisschen zusammen dem Bach runter.
00:48:09: Aber das ist jetzt so das eine Extremen.
00:48:12: Dann gibt es natürlich auch andere Perioden im Gaser.
00:48:16: Muss ich ehrlich sagen, Gaser war immer sehr arbeitsintensiv.
00:48:19: aber es gibt auch anderer Insätze wo du vielleicht in einem sehr entlegenen Feldkrankenhaus arbeitest und einen kleinen, wie soll man das nennen, District Hospital zum Kleinos Krankenhaus und da hast du vielleicht mal zwei, drei Patienten am Tag.
00:48:34: Das passiert auch.
00:48:35: aber wie gesagt meistens ist das Arbeitsvolumen noch sehr hoch und das Arbeitstempo auch.
00:48:43: Das glaube ich ja.
00:48:45: also für mich als Mensch mit einem normalen nine to five Job sage ich jetzt mal unvorstellbar und ich glaub jeder kennt es hier auch wenn man mal ein zwei Nächte nicht so gut schläft dann ist man den nächsten tag nicht so leistungsfähig auf der arbeit.
00:49:01: Ja die meisten Menschen operieren halt nicht am offenen Herzen und mit mal bei der Redewendung zu bleiben, sondern haben vielleicht nicht ganz so super lebensbedrohliche Aufgaben und Tätigkeiten.
00:49:12: Und da nervt es schon oder ist es schon belastend wenn man müde ist.
00:49:16: ich kann mir das ja also eigentlich nicht vorstellen was du da erlebt hast oder was dann Das Team erlebt hat, wie
00:49:23: groß
00:49:23: ist denn so ein Team in einem Feldkrankenhaus?
00:49:26: Es würde mich nur interessieren.
00:49:27: Also du bist dann quasi Head Nurse.
00:49:29: Wie viele Ärzte gibt es da?
00:49:31: Ärztinnen und andere Pflegerin?
00:49:37: Ja also vielleicht nur kurz zur Korrektur.
00:49:40: Ich bin meistens neun- nachtzig Prozent der Zeit nicht OP-Pflegern auch an diesen Ratonen.
00:49:44: ähm, Team bin ich da meistens als OP-Fleger selten.
00:49:47: Selten bin ich mal irgendwie in die Leitner Funktion oder so aber meistens doch sehr ... sehr ähm wie soll man sagen?
00:49:53: Sehr angewandt.
00:49:54: Hands on quasi!
00:49:55: Ja,
00:49:55: hands on ja.
00:49:57: Also diese Teams das IKA erkannte nennt das Mobile Surgical Teams also mobile chirurgische Teams einfach aus dem Grund weil wir In einem Kontext in einem Land nicht in einem Out bleiben sondern die Idee ist ein bisschen du gehst dahin versorgst Die Leute machen sich stabil in drei Wochen und dann ziehst du weiter ins nächste Krankenhaus.
00:50:17: Und diese Mobile Historical Teams, oder diese mobilen krieg-chirurgischen Teams, die bestehen meistens aus vier Personen.
00:50:23: Also du hast einen Stationspfleger, du hast noch vier Pfleger.
00:50:26: Du hast eine Anäzisisten und du hast ein Chirurgen.
00:50:28: Ja das ist so.
00:50:30: das Kernteam kann man sagen ja.
00:50:32: Und die werden dann je nach Bedarf natürlich auch aufgestockt.
00:50:35: also manchmal kommt da noch ein Physiotherapeut Manchmal wird uns noch ein Apotheker in die Hand gegeben.
00:50:41: Also das wird so ein bisschen modifiziert, aber diese vier Leute ... Das ist eigentlich so das Kernteam und ganz konkret in Gaza weil ich glaube, dass war vielleicht eine Frage in mehreren, zeitgleich mehrere Teams im Einsatz.
00:50:56: Wir waren mindestens immer zwei Teams also wir hatten zwei Chirurren, zwei Analysten, zwei OP-Flegerinnen und dann natürlich auch Stationspfleger.
00:51:06: Das wird dann aufgestockt Entsprechend, was man da vor Ort erwartet.
00:51:10: Je mehr Verletzte, desto mehr Teams.
00:51:12: Das ergibt natürlich Sinn!
00:51:14: Du hast gerade schon auch gesagt, dass es da im Mai ja auch Kampfhandlungen sehr nah in der Nähe des Feldkrankenhauses gab.
00:51:23: Da stelle ich mir natürlich als Laie auch so die Frage hast du selbst nicht auch manchmal Angst um dich?
00:51:29: Ja definitiv also definitiv das kann ich nur bejahen und ich glaube auch jeder Ingaser gearbeitet hat und sagt, er hatte keine Angst.
00:51:40: Muss ein sehr außergewöhnlicher Mensch sein?
00:51:42: Weil ich glaube das ist eine absolut menschliche Reaktion auf die Situationen, den man da ausgesetzt ist.
00:51:51: Ich denke was ich vielleicht vorab gesagt habe Marius über die über dieser sehr pragmatischen Aspekt der Arbeit, dass du in dem Moment natürlich in deinem Autopiloten bist und die Sachen machst, die du machen musst.
00:52:06: Und diese Abläufe dann auch irgendwie routiniert von sich gehen ist natürlich eine Sache.
00:52:10: Aber du hast diese Anspannung und meistens wird es dir erst bewusst wie heikel das war.
00:52:18: wenn also für mich wird mir das erst bewusst, wenn ich zurückkomme.
00:52:21: Das sei aber wirklich ganz schön knapp oder diese Situation, die du vorher vielleicht so ein bisschen weggeschoben hast.
00:52:28: Weil du zu busy warst in deinem Job gerade.
00:52:33: Das lässt dir dann nochmal so Revue passieren und da kommen dann so diese Erkenntnisse wo du sagst, oh, da war ich wirklich nicht in einer guten Position Und die Angst ist natürlich trotzdem da.
00:52:44: Also ich denke auch das Angst natürlich im Schutzmechanismus ist.
00:52:48: Du
00:52:49: solltest
00:52:50: niemals irgendwie darauf abzielen, deine Angst irgendwie abzuschalten oder zu sagen das ist schwächer nicht.
00:52:56: Ich denke, Ernst hat seinen Platz in dieser Arbeit und die rettet wahrscheinlich das Leben auch unzähliger Kollegen weil die manchmal auch guter Ratgeber sind.
00:53:05: Und es ja leider auch gibt ja Ängste diesen vielleicht eher so bisschen irrational auch so ein Stück halt bei uns im West-Europa am Alltag und so.
00:53:14: aber da ist es natürlich total naheliegend.
00:53:17: und wenn man noch die Zahlen nimmt ich glaube vom letzten Jahr vom IKRK Ich habe jetzt keine genaue Zahl im Kopf, aber ich weiß noch, dass es so mit die höchste Anzahl von humanitärhelfenden war, die getötet wurden letztes Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen.
00:53:33: Also je mehr Konflikte dazukommen, du hast ja auch selber gesagt, humanitäre Helfende sollten natürlich eigentlich nach Genfer-Konvention geschützt sein in berechneten Konflikten.
00:53:42: Aber es ist leider nicht immer... der Fall.
00:53:45: Mich würde es vielleicht in dem Kontext Gaza, aber sonst auch allgemein noch interessieren wie ist dein Kontakt zur Außenwelt?
00:53:53: Hat man dann Handy?
00:53:54: kann man da mit Menschen die einem nahestehen mal telefonieren oder schreibt man SMS?
00:53:59: Wie sieht das aus?
00:53:59: oder ist man komplett isoliert?
00:54:03: Das läuft überraschend gut.
00:54:05: also du hast eigentlich immer irgendeine Art und Weise deine Familie oder deine Freunde zu kontaktieren.
00:54:12: In Garza konkret war das jetzt doch ziemlich gut.
00:54:14: Also ich glaube, wir haben sogar das Fondens aus Israel dafür benutzt, weil es dann doch ein bisschen stärker war als das Gasalinterne.
00:54:23: Wenn du ganz weit weg bist und sagen jetzt mal ganz platt in der Wüste, dann stellt ihr das IKRK meistens von Satelliten-Telefonen an.
00:54:32: Das heißt Zoraia ist so ein Kasten, so eine Mikrowelle die du da mit dir rumschläppst und damit kannst du dann zumindest immer noch anrufen.
00:54:40: Das ist schon gegeben.
00:54:41: Das ist einfach, glaube ich auch aus Sicherheitserwägung, dass du niemals die Kommunikation abbrechen darfst und dann musst du halt immer in Kontakt bleiben.
00:54:50: Und in den meisten Ländern hast du inzwischen schon diese Three-G, Four-G-, Five-G-Nets gerade, die dir ja auch ermöglichen, einen Text zu schreiben oder deine Familie anzurufen oder deinen Kindern zu sprechen – das geht schon!
00:55:04: Okay, das habe mich auch immer noch interessiert.
00:55:07: Erst mal die letzte Frage, du hast im Rahmen deines Engagements die sogenannte Florence Nightingale Medaille bekommen und wurde damit ausgezeichnet.
00:55:15: Was bedeutet dir das?
00:55:17: Ist es so nice to have neben den ganzen zwischenmenschlichen Sachen, die man dann auch erlebt und irgendwie dem Bewusstsein Menschen zu helfen?
00:55:26: oder ist es schon nämlich was was dir nahegeht weil es Anerkennung bedeutet
00:55:32: ja diese Diese Medaille, davon habe ich letzten Sommer erfahren.
00:55:35: Da hat mich das KJK angerufen und hat gesagt, dass sich da sozusagen die jetzt erhalten soll.
00:55:43: Und da war ich erst mal ganz schön buff also niemals gerechnet, ne?
00:55:49: Das hast du ja eigentlich erwähnt.
00:55:50: Das ist so ein Pflegebereich, so ein bisschen die höchste Auszeichnung.
00:55:53: Ja!
00:55:55: Ich war erstmal buff und dann war mein zweiter Instinkt Weißt du, ich habe gedacht.
00:55:59: Ich kenne so viele Leute die so außergewöhnliche Arbeit machen im Pflegebereich.
00:56:04: So ein bisschen wie so ich, wieso nicht die anderen?
00:56:07: Und das ist natürlich eine unglaublich große Ehre dieser Medaille zu empfangen.
00:56:11: Gleichzeitig sehe ich das aber nicht als eine persönliche Ehrung.
00:56:15: Ich betrachte es wirklich als eine Ehrungen an alle pflegenden und Krankenpflegerinnen und Krankenpfleger, die nicht nur im Ausland arbeiten.
00:56:25: Ich denke, das ist so ne Nische die über die wir jetzt gerade sprechen, dass es nur von dem was nötig Anpflege geleistet wird.
00:56:35: Ich habe selber in Krankenhäusern in Berlin gearbeitet.
00:56:37: ich weiß wie unglaublich stressig und wie anstrengend und wie fordernd diese Arbeit ist.
00:56:42: also ich sehe das so ein bisschen als eine Ehrung an alle Pflegenden und will das nicht so persönlich auf mich Münzen.
00:56:49: ja wenn man das so sagen will?
00:56:53: Bin ich unglaublich geerdet, dass die so entgegennehmen darf.
00:56:56: Aber das mache ich nicht für mich selbst, sondern ich sehe da schon als eine Ehrung an den Berufsstanden... ...für was alle Flegenden machen auf der ganzen Welt!
00:57:07: Ja es gibt auch ne Katmodusfolge zum Thema Pflege vor allem in Deutschland und in der Schweiz nur so als kleinen... Hinweis noch dazu, und ja das sind natürlich ganz andere Probleme die da noch mit einem hergeben.
00:57:19: Das haben wir besprochen anhand eines Films Helden heißt der und mit den Regisseuren haben wir damals gesprochen auch wie die Inszenierung halt von diesem Pflegeberuf und Anerkennung politische Teilhabe des Ganzen auch und Strukturierungen so.
00:57:35: also es war wirklich super interessant vor allem aus einer filmischen Sicht wie man das inszeniert Und was man da machen kann und wie es weitergeht, nur das noch als kleine Ergänzung dazu.
00:57:47: Weil du hast natürlich recht.
00:57:48: Es ist ein unfassbar herausfordernder Beruf auch hier unter scheinbar guten Bedingungen bei dem Personalschlüssel.
00:57:59: Das fast werde ich jetzt gar nicht aufmachen aber das wollte ich nochmal mal kurz erwähnt haben ja und wird langsam zum Abschluss kommen.
00:58:08: wir haben schon relativ lange gequatscht.
00:58:09: Ich finde Ja, ich fand es unheimlich interessant mit dir zu sprechen.
00:58:13: Also wie gesagt ... Das erste Mal als ich schon gehört habe und was du so machst war ich schon so, ah das ist bestimmt jemanden, den ich sehr gerne im Podcast mal als Gast hätte, jetzt bin ich total froh dass es geklappt hat.
00:58:28: und ja, dass du so offen und so ungeschön teilweise auch Sachen geteilt hast.
00:58:34: Ich finde, das ist hier auch irgendwie nicht selbstverständlich sondern ich fand's in mir sehr authentisch und sehr schön Auch wenn natürlich die Themen, über die wir gesprochen haben alles andere als schön sind.
00:58:43: Aber wenn ihr die Arbeit von Menschen wie Heitarm unterstützen wollt könntet es gerne mit einer Spende an das DHK machen und unsere Auslandshilfe unterstützen.
00:58:52: Den Link dazu gibt's wie immer in den Show Notes.
00:58:55: Ich weiß nicht ob du dir mal eine andere Folge angehört hast von dem Podcast hier.
00:58:59: Wenn Nicht ist Es Nicht Schlimm.
00:59:00: ich versuch den Abschluss immer so zu Machen dass das letzte Wort mein Gast hat Und ich frag dann Trotz all den schwierigen Sachen, die wir jetzt besprochen haben auf der Welt, die es so gibt.
00:59:14: Gibt's trotzdem
00:59:15: was,
00:59:15: was dir Hoffnung macht und vielleicht bei dir auch mal ein besonders schwerer Fall?
00:59:19: Weil du hast das ja auch schon angesprochen.
00:59:21: Du hast wahrscheinlich mit des Schrecklichste gesehen, was Menschen erleiden können in einer krassen Frequenz oder was Menschen sich gegenseitig antun können.
00:59:31: Gibst trotzdem etwas wo du sagen würdest, dass stimmt mich positiv wenn ich an die Zukunft denke.
00:59:38: Ja, dank dir Marius.
00:59:39: Erstmal ganz kurz will ich einwerfen... Ich habe in der Tat eine Katmos-Folge gehört vor diesem Podcast.
00:59:45: Okay
00:59:45: das muss doch einmal richtig gestellt werden?
00:59:48: Genau, genau.
00:59:51: Ansonsten ja ist natürlich ne sehr große Frage da.
00:59:54: Es
00:59:54: kann auch was ganz Kleines sein!
00:59:57: Ich stelle die Frage auch immer weil ich das super interessant finde woran Leute dann denken.
01:00:01: also es kann von etwas ganz Kleinem sein zu die neue Generationen macht dies und das.
01:00:10: Es gibt keine falschen Antworten, selbst wenn du keine Antwort hast ist es auch vollkommen
01:00:14: fein.
01:00:15: Bei Herrn jetzt so ein bisschen Prüfung sei ich drauf.
01:00:17: Nee, nee, nee!
01:00:18: Das ist das letzte was ich will.
01:00:20: Also ich versuche das mal so zu formulieren.
01:00:22: also ich habe natürlich wie du gesagt hast meine Arbeit findet in diesem Konflikt umgebungsstaaten.
01:00:29: da sieht man natürlich schlechte Sachen.
01:00:33: Was ich aber auch gelernt habe in den letzten sechzehn Jahren ist, dass du in den schlimmsten Situationen... Also ich rede jetzt speziell von Konflikten.
01:00:40: Auch Gesten also die alle bei Eindruckshäusen Gesten von Menschen für andere Menschen beobachten kannst.
01:00:47: Du kannst diese selbstlose Aufopferung von jemandem dem es wirklich sehr schlecht geht und der schon alles verloren hat für jemand anderen, der in derselben Situation ist das beobachte ich halt immer immer wieder.
01:01:00: Und das ist für mich so der Hoffnungsschimmer, wo ich denke eigentlich sind wir doch alle gut.
01:01:08: Eigentlich sind wir noch alle gute Menschen und eigentlich sind die Umstände, die uns dann leiden lassen
01:01:15: etc.,
01:01:16: also das ist vielleicht ein sehr philosophischer Gedanke, den ich dazu entwickelt habe.
01:01:22: Ich denke nach wie vor dass Menschen intrinsisch und wenn sie auf die Welt kommen erst mal Gutes wollen und Gutes machen.
01:01:31: Das ist vielleicht ein bisschen paradox und schizofrehen, wenn ich das jetzt sage.
01:01:35: Wenn ich das im Konflikten beobachte.
01:01:37: Aber das ist so etwas, was mir auch Ordnung gibt.
01:01:40: Und natürlich hoffe ich auf Frieden immer!
01:01:42: Ja...
01:01:43: Das ist ein sehr schönes Schlusswort und vielleicht auch ein bisschen so einen Gedankenanstoß für die Menschen, die gerade zuhören wollen.
01:01:49: Du meintest es auch so ein bisschen philosophisch?
01:01:52: Und wahrscheinlich auch vielleicht so ein bißchen kann ich mir vorstellen der Grund, der dich dann auch die Arbeiten machen lässt die du dann halt auch machst, also weil du im Kern eben an das positive Glaubst.
01:02:03: Deswegen, tausend Dank, dass du da warst.
01:02:06: Heute haben wir uns super interessant und an euch vielen Dank
01:02:10: fürs Zuhören!
01:02:11: Bis bald.
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